Mädchen - Das unerwünschte Geschlecht

Der internationale Frauentag ist schon vorbei. Mein Handy wurde mit "Happy Womens Day" SMS überflutet und viele Frauen haben diesen Tag auf der ganzen Welt gefeiert.

Mädchen - Das unerwünschte Geschlecht

Der internationale Frauentag ist schon vorbei. Mein Handy wurde mit "Happy Womens Day" SMS überflutet und viele Frauen haben diesen Tag auf der ganzen Welt gefeiert.

Ich gab meiner Putzfrau eine Pause, um den Frauentag zu genießen, aber sie wollte keine Pause machen. Der Grund war, wenn sie bei anderen Häusern eine Pause machte, würden sie ihr Gehalt abziehen. Sie brauchte jedoch mehr Geld, um für ihre Mitgift zu sparen.

Es gibt Millionen Frauen in Indien, die nichts davon wissen. Selbst wenn sie es wüssten, stellt sich die Frage, ob der "Frauentag" ihr Leben verändern könnte?  Macht solch ein Weltfeiertag Sinn und Zweck, wenn Frauen noch eine Mitgift bezahlen müssen, um zu heiraten und eine Familie zu gründen?

Eigentlich beginnt Gewalt gegen Frauen in Indien oft vor der Geburt im Mutterleib. Die Geburt eines Jungen ist immer eine neue Hoffnung für die ganze Familie, aber gleichzeitig wird ein Mädchen als finanzielle Belastung betrachtet.  Ein Grund dafür ist, dass die uralte Tradition der Mitgift  ein wichtiger Teil der Hochzeit ist. Daher müssen Eltern ihre Töchter zur Hochzeit mit viel Geld, Gold, Schmuck oder anderen wertvollen Dingen ausstatten.

Der Bräutigam erhält die Mitgift als Geschenk, doch tatsächlich handeln die Eltern einen Preis für ihre Tochter aus. Die Höhe der Mitgift hängt von der Schönheit, Hautfarbe und Ausbildung der Braut ab. Leider behandeln viele heiratswillige Männer diese Zahlung als Einkommensquelle und belästigen die Frauen bald, um mehr Geld von ihren Eltern zu bekommen. Es kommt häufig zu gewalttätigen Konflikten, wenn der Bräutigam mit der Mitgift unzufrieden ist oder wenn die Brautfamilie seinen Anforderungen nach weiteren Zahlungen nicht zustimmt. Aufgrund der Mitgiftstreitigkeiten in Indien werden immer mehr Frauen misshandelt, verstoßen oder sogar getötet.

Viele Eltern müssen für die Mitgift mehr ausgeben, als sie in ihrem ganzen Leben verdienen. Deshalb sparen die Eltern oft jahrelang.  Wenn die Eltern kein gesichertes Einkommen haben, nehmen sie einen Kredit auf, den sie oft nicht zurückzahlen können. Es wird erkannt, dass in einigen Staaten  Mädchen nach der Geburt getötet werden, oder schon im Mutterleib, weil sie keine anderen Möglichkeiten haben.

Obwohl die Mitgift gesetzlich verboten ist, gilt sie immer noch als wichtiges Ritual in der Gesellschaft. Es stellt auch ein Statussymbol innerhalb der Familie des Bräutigams dar, wenn der Betrag der Mitgift hoch ist. Deshalb möchte niemand diese Sitten und Gebräuche aufgeben.

Abschließend möchte ich zum Ausdruck bringen, dass ein verheiratetes Leben glücklicher sein  kann,  wenn Männer die Frauen nicht als Einkommensquelle betrachten.

- Regina Bhattacharjee